NGFN-PLUS
Genetische Ätiologie der atopischen Dermatitis
| Leitung: | Prof. Dr. Young-Ae Lee, Dr. Andreas Rüther, PD Dr. Stephan Weidinger, Prof. Dr. Regina Fölster-Holst | |
| Institut: | Charité, Campus Virchow-Klinikum Uniklinik Schleswig-Holstein-Campus Kiel TU München Uniklinik Schleswig-Holstein-Campus Kiel | |
| Homepage: | www.allergie-centrum-charite.de |
Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung und Charakterisierung von Genen, die an der Entstehung der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) beteiligt sind. Die atopische Dermatitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut, die vor allem im Kindesalter auftritt und häufig mit anderen allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Asthma einhergeht. Obwohl die Ursachen der atopischen Dermatitis noch weitgehend unbekannt sind, gilt es als gesichert, dass sowohl genetische Faktoren als auch Umweltfaktoren bei der Krankheitsentstehung eine Rolle spielen.
Während der zweiten NGFN-Förderperiode wurden in einer genomweiten Assoziationsstudie Sequenzvarianten (Polymorphismen) im menschlichen Genom identifiziert, die bei Patienten mit atopischer Dermatitis gehäuft vorkommen. Diese Sequenzvarianten finden sich einerseits in bekannten Genen, andererseits in Regionen mit noch unbekannter Funktion. Ihre Auswirkungen auf den menschlichen Organismus sollen jetzt genauer charakterisiert werden. Bisher unbekannte Krankheitsgene sollen identifiziert und ihre Funktionen aufgeklärt werden. Außerdem sollen mögliche Auswirkungen der Sequenzvarianten auf Genexpression oder Proteinstruktur untersucht werden. Auf diese Weise können neue Krankheitsmechanismen aufgedeckt werden, die als potentielle Angriffspunkte neuer Therapien dienen. Darüberhinaus wird die Verwendung von Genvarianten in der Diagnose und Prädiktion der atopischen Dermatitis das frühe und effektive Einleiten präventiver Maßnahmen ermöglichen. Mit Hilfe eines Mausmodells (Filaggrin-Knockout-Maus) soll untersucht werden, wie der Barrieredefekt der Haut, der mit der atopischen Dermatitis, aber auch mit Asthma in Verbindung gebracht wird, die Enstehung dieser Erkrankungen begünstigt. Für das Projekt sollen die an den Standorten Berlin, Kiel und München im Nationalen Genomnetzwerk bereits bestehende klinische und experimentelle Expertise sowie die während der zweiten Förderperiode aufgebaute Infrastruktur genutzt und weiter ausgebaut werden.
Die Aufdeckung der genetischen Grundlagen der atopischen Dermatitis ist somit von großem Interesse für das öffentliche Gesundheitswesen. Sie bietet Potential für die Entwicklung neuer klinischer Anwendungen hinsichtlich der Prädiktion, Diagnose und Therapie der atopischen Dermatitis und anderer allergischer Erkrankungen.
Weitere Teilprojektleiter:
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