NGFN-PLUS

Kinasenetzwerke im Pankreaskarzinom

Leitung:    Prof. Dr. Thomas Seufferlein
Institut: Universitätsklinikum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Homepage: www.medizin.uni-halle.de
Proteinkinasen regulieren unterschiedliche biologische Eigenschaften von Tumoren wie Proliferation, Apoptoseresistenz, Invasion und Metastasierung. Dadurch sind sie wesentliche Zielmoleküle bei der Entwicklung neuer Therapiestrategien. Allerdings hat die zusätzliche Gabe von Tyrosinkinaseinhibitoren beim metastasierten Pankreaskarzinom das Überleben der Patienten nur marginal verbessert.
Es gibt Anzeichen dafür, daß einige Inhibitoren zumindest in Patienten ihr eigentliches Target nicht treffen. Darüber hinaus besteht eine deutliche Redundanz der Signalnetze im Pankreaskarzinom, so dass die Unterbrechung eines einzelnen Knotenpunktes wahrscheinlich nicht ausreicht, um ein tumorspezifisches Netzwerk insgesamt nachhaltig zu beeinträchtigen. Schließlich stellen Tumormodelle wie Xenografts, die für die präklinische Testung von neuen Substanzen eingesetzt werden, möglicherweise die spätere Situation im Patienten nicht ausreichend zuverlässig dar.
 
In diesem Projekt werden wir
1) spezifische Proteinkinasen in vitro und in vivo evaluieren, die von TP3 (Gress/Buchholz) in Pankreaskarzinomen differentiell exprimiert gefunden wurden und 2) neue Kinaseinhibitoren von BayerSchering Pharma (BSP) testen.

Die zu untersuchenden Kinasen und Inhibitoren werden initial von einem Experten- “Jamboree” ausgewählt. Für die abschliessende in vivo Analyse und Validierung der entsprechenden Kinasen als therapeutische Targets im Pankreaskarzinom werden wir Pankreaskarzinom-Mausmodelle verwenden, die große Ähnlichkeit mit humanen Tumoren besitzen und daher ideale Modelle für die Etablierung neuer Targets und neuer Tumortherapeutika darstellen. Dieser Teil des Projekts wird in Kooperation mit dem Core-Projekt TP2 und TP10 (Schmid) durchgeführt.