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Onkogene
| Leitung: | Prof. Dr. Roman Thomas | |
| Institut: | Universität zu Köln, Abteilung Translationale Genomik | |
| Homepage: | www.mpin-koeln.mpg.de |
Krebserkrankungen sind genau betrachtet eine Erkrankung des Genoms. Somatische Veränderungen im Zellgenom wie Genkopienzahl-Änderungen, chromosomale Rearrangements oder Punktmutationen, Insertionen oder Deletionen in Proto-Onkogenen oder Tumorsuppressorgenen führen zu einem Umschalten der Zelle und lassen sie zu einer Tumorzelle werden. Die Erkenntnis, dass das Überleben einer Tumorzelle nun von den aktivierten Onkogen-Signalwegen abhängig ist, eröffnet Möglichkeiten für die Entwicklung von gezielten Therapeutika. Ein prominentes Beispiel ist das Ansprechen von EGFR-mutierten Lungentumoren auf einen EGFR-Inhibitor wie Gefitinib oder Erlotinib. Der Erfolg in der klinischen Praxis solcher zielgerichteten Therapeutika hat eine Welle losgetreten, um die häufigsten und wichtigsten Tumorarten systematisch genomisch zu charakterisieren und damit neue Ziele zur Medikamentenentwicklung zu finden. Der Fokus liegt hierbei auf der Resequenzierung aller kodierenden Exons des menschlichen Genoms. Die Gesamtheit dieser Projekte erreicht die Größe des Sequenzierungsprojektes für die Erstentschlüsselung des humanen Genoms. Damit werden in absehbarer Zukunft die genomischen Veränderungen vieler Tumore bekannt sein, was fehlt ist jedoch die Kenntnis über ihre funktionellen und mechanistischen Zusammenhänge bei der Tumorgenese im Zellsystem bzw. im Patienten. Das Nutzen der gewonnenen genetischen Daten in der klinischen Praxis ist ein erster Schritt zur Verbessung der Behandlungsstrategie von Krebspatienten und unterstützt die Entwicklung neuer, gezielter Therapien. Unser Ansatz beinhaltet eine detailierte genetische Charakterisierung als Grundlage für die klinische Diagnostik und zur gezielten Behandlung der Patienten. Die Etablierung der genetischen Diagnostik in der klinischen Routine wird die Verknüfung molekularer Daten mit klinischen Daten vor dem Hintergrund der Behandlung mit gezielten Tumortherapeutika ermöglichen. Desweiteren haben wir ein System etabliert, dass die Untersuchung der biochemischen Zusammenhänge der genetischen Mutationen ermöglicht. Die zellbiologische und biochemische Analyse der Onkogen-Mutanten wird die Grundlage zur Entwicklung und Validierung neuer Medikamente darstellen.
Dieser zweigeteilte Ansatz wird helfen, die Lücke zwischen den molekularbiologischen Erkenntissen und den daraus resultierendenden neuen klinischen Therapiemöglichkeiten von Tumorpatienten zu schliessen.
- Koordination
- TP1 Evaluation von Methoden zum klinisch-diagnostischen Nachweis von Mutationen und genomischen Kopienzahl-Veränderungen
- TP2 Mutations-Analyse und deren klinische Auswirkungen bei Patienten mit Lungenkrebs
- TP3 Systematische Hochdurchsatzanalysen von Mutationen bei der Entstehung von Tumoren
- TP4 Funktionelle Auswirkungen von onkogenen Mutationen auf die Ras und Rho Signalwege
- TP5 Analyse maligner Veränderungen an Proteinen mit Hilfe kleiner organischer Moleküle
- TP6 Statistische Modelle zur Vorhersage von Therapieerfolgen
- Publikationen
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